„Welche Tischlerei in Wien macht Einbauküchen?“ Diese Frage stellen immer mehr Menschen nicht mehr Google, sondern ChatGPT, Gemini oder Perplexity. Die Antwort ist keine Liste mit zehn Links, sondern eine Empfehlung mit drei oder vier Namen. Die Frage für Unternehmen lautet: Wie kommt man in diese Antwort?
Hier steht, was wir darüber wissen, was nachweislich hilft – und wo derzeit viel versprochen wird, das niemand halten kann.
Wie ChatGPT zu seinen Antworten kommt
KI-Assistenten beantworten Fragen auf zwei Arten:
- Aus dem Trainingswissen. Das Modell hat vor seiner Veröffentlichung große Mengen an Texten aus dem Internet verarbeitet. Was dort häufig und einheitlich über Ihr Unternehmen stand, kann es wiedergeben – allerdings mit Zeitverzögerung und ohne Gewähr.
- Mit einer Live-Suche. Bei Fragen nach aktuellen Angeboten, Adressen oder Empfehlungen sucht ChatGPT im Internet, liest einige Seiten und fasst sie zusammen. Die Quellen werden dabei verlinkt.
Für lokale Unternehmen ist vor allem der zweite Weg entscheidend. Und der hat viel mit klassischer Suchmaschinenoptimierung gemeinsam: Unternehmen, die bei Suchmaschinen gut dastehen und auf ihrer Website klar beschreiben, was sie anbieten, haben auch bei der KI bessere Karten.
Dasselbe gilt für Google selbst: Auch in Österreich zeigt Google über vielen Suchergebnissen inzwischen eine „Übersicht mit KI“, die Inhalte aus mehreren Websites zusammenfasst und die Quellen verlinkt.
Was nachweislich hilft
1. Die Website für KI-Crawler nicht sperren
ChatGPT verwendet für seine Suche einen eigenen Crawler namens OAI-SearchBot. Wer ihn in der Datei robots.txt aussperrt, taucht in den Suchantworten von ChatGPT in der Regel nicht als Quelle auf. Manche Website-Baukästen oder Sicherheits-Plugins sperren KI-Crawler inzwischen standardmäßig – ein kurzer Blick lohnt sich.
Davon zu unterscheiden ist GPTBot, der Inhalte für das Training künftiger Modelle sammelt. Ihn können Sie sperren, ohne die Sichtbarkeit in der ChatGPT-Suche zu verlieren.
2. Klar sagen, was Sie machen – und wo
KI-Assistenten fassen zusammen, was sie lesen. Wenn auf Ihrer Website nirgends klar steht, dass Sie Einbauküchen in Wien anbieten, kann die KI das auch nicht wiedergeben. Hilfreich sind:
- Leistungen in eindeutigen Worten, nicht nur in Werbesprache
- Ort, Bezirk und Einzugsgebiet
- Öffnungszeiten, Preisrahmen, Ablauf
- Antworten auf die Fragen, die Kundinnen und Kunden tatsächlich stellen
3. Überall dieselben Angaben
Name, Adresse und Telefonnummer sollten auf Ihrer Website, im Google Unternehmensprofil und in Branchenverzeichnissen gleich lauten. Widersprüchliche Angaben machen Sie für Suchmaschinen und KI gleichermaßen unzuverlässig. Wie Sie Ihr Profil pflegen, steht in Google Unternehmensprofil optimieren.
4. Erwähnungen auf anderen Websites
Wenn ein KI-Assistent Empfehlungen gibt, stützt er sich stark darauf, was andere über Sie schreiben: Branchenverzeichnisse, Bewertungsportale, Presseberichte, Vergleichsartikel, Verbände. Ein Unternehmen, das nur auf der eigenen Website vorkommt, wird selten empfohlen.
5. Bewertungen
Echte, aktuelle Bewertungen fließen in viele KI-Antworten zu lokalen Anbietern ein. Wie Sie mehr davon bekommen – und was Sie bei schlechten tun können –, steht in Google-Bewertung löschen: was geht und was nicht.
Kurz-Check für Ihre Website
- Sperrt die robots.txt den OAI-SearchBot oder alle Crawler außer Google?
- Steht auf der Startseite in einem Satz, was Sie wo anbieten?
- Sind Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich?
- Gibt es eine Seite mit häufigen Fragen und klaren Antworten?
- Werden Sie auf mindestens fünf anderen seriösen Websites erwähnt?
Wollen Sie wissen, wo Sie stehen? Wir prüfen, wie Ihr Unternehmen in Google und in KI-Assistenten auftaucht, und zeigen die wichtigsten Stellschrauben.
Zu SEO & GoogleWas (noch) nicht belegt ist
Rund um „KI-SEO“ oder „GEO“ entstehen gerade viele Angebote. Seien Sie vorsichtig bei Versprechen wie diesen:
- „Wir bringen Sie in ChatGPT auf Platz 1.“ Es gibt keine feste Rangliste. Die Antworten ändern sich je nach Frage, Formulierung, Ort und Zeitpunkt.
- „Sie brauchen eine llms.txt-Datei.“ Diese Datei wurde als Vorschlag in die Diskussion gebracht. Einen Beleg, dass die großen Anbieter sie für ihre Antworten auswerten, gibt es bisher nicht. Schaden tut sie nicht, Wunder wirkt sie auch nicht.
- „Mit KI-Texten in Masse sichtbar werden.“ Viele austauschbare Texte machen eine Website nicht glaubwürdiger – für Menschen nicht, für Google nicht und für KI-Assistenten auch nicht.
Die ehrliche Einordnung: Was für KI-Assistenten hilft, ist zum großen Teil das, was auch für Google hilft. Die Grundlagen stehen in Was ist SEO? und Google Ranking verbessern.
So messen Sie Besuche über KI-Assistenten
Links, die ChatGPT in seinen Antworten ausgibt, tragen meist die Kennzeichnung utm_source=chatgpt.com. In Google Analytics 4 erscheinen solche Besuche unter den Quellen oder – je nach Einrichtung – als eigener Kanal für KI-Assistenten. Auch Besuche von Perplexity, Gemini oder Copilot lassen sich dort über die Quelle erkennen.
Unsere eigene Erfahrung: Auf euramedia.at kommen bisher einzelne Besuche pro Woche über KI-Assistenten. Das ist wenig im Vergleich zu Google, aber messbar – und es sind Besucherinnen und Besucher, die bereits eine Empfehlung bekommen haben. Wir beobachten diesen Kanal weiter.
Häufige Fragen zur Sichtbarkeit in ChatGPT
Kann ich dafür bezahlen, in ChatGPT empfohlen zu werden?
Seit Sommer 2026 können Unternehmen in Österreich Anzeigen in ChatGPT buchen. Diese sind als Werbung gekennzeichnet und stehen getrennt von der eigentlichen Antwort – laut OpenAI beeinflusst Werbung die Antworten selbst nicht. Eine Empfehlung innerhalb der Antwort lässt sich also nicht kaufen; sie entsteht über Ihre Website, Ihre Erwähnungen im Netz und Ihre Bewertungen.
Woher weiß ChatGPT etwas über mein Unternehmen?
Aus Texten, die im Internet über Sie verfügbar sind – Ihrer Website, Verzeichnissen, Bewertungen und Berichten. Bei aktuellen Fragen sucht ChatGPT live im Netz und verlinkt die Quellen.
Ist SEO durch ChatGPT überflüssig?
Nein, eher im Gegenteil. KI-Assistenten stützen sich bei aktuellen Fragen auf Suchergebnisse und gut strukturierte Websites. Wer bei Google gut gefunden wird, hat auch bei KI-Antworten bessere Chancen.
Sollte ich KI-Crawler auf meiner Website sperren?
Trainings-Crawler wie GPTBot können Sie sperren, wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Inhalte in künftige Modelle einfließen. Den Such-Crawler OAI-SearchBot sollten Sie zulassen, wenn Sie in ChatGPT-Antworten als Quelle erscheinen möchten.
Wie sehe ich, ob Besucher über ChatGPT kommen?
In Google Analytics 4 unter den Zugriffsquellen. Links aus ChatGPT tragen meist die Quelle chatgpt.com.
Fazit
In ChatGPT gefunden zu werden ist kein Geheimrezept, sondern die Fortsetzung guter Suchmaschinenarbeit: eine Website, die klar sagt, was Sie wo anbieten, einheitliche Angaben im Netz, echte Bewertungen und Erwähnungen auf anderen Websites. Wer diese Grundlagen pflegt, wird bei Google und bei KI-Assistenten besser gefunden. Wenn Sie dabei Unterstützung möchten, finden Sie unsere Leistungen unter SEO & Google.

