Die meisten Unternehmen, die uns anfragen, haben bereits eine Website. Die Frage ist nicht „Brauche ich eine Website?“, sondern: Brauche ich eine neue – oder reicht es, die alte zu verbessern?
Ein Website-Relaunch kann viel bringen: mehr Anfragen, bessere Auffindbarkeit, weniger Ärger im Alltag. Er kann aber auch schaden, wenn dabei die Google-Rankings verloren gehen. Hier steht, woran Sie erkennen, ob sich ein Relaunch lohnt, wie er abläuft und worauf Sie achten müssen.
Relaunch oder Überarbeitung?
Ein Relaunch heißt: neues Design, neue Struktur, oft ein neues System im Hintergrund. Eine Überarbeitung heißt: Die Website bleibt, aber Texte, Geschwindigkeit, Formulare oder einzelne Seiten werden verbessert.
Nicht jede Website, die „alt aussieht“, braucht einen Neubau. Wenn die Technik solide ist und die Seite bei Google gut steht, bringt eine gezielte Überarbeitung oft mehr – und kostet weniger. Umgekehrt lohnt es sich nicht, eine Website mit veralteter Technik immer weiter zu flicken.
Woran Sie erkennen, dass ein Relaunch fällig ist
- Die Website funktioniert am Handy schlecht. Mehr als die Hälfte der Besuche kommt heute vom Smartphone.
- Sie lädt langsam – Google empfiehlt, dass der größte sichtbare Inhalt nach spätestens 2,5 Sekunden geladen ist.
- Das System ist veraltet und bekommt keine Sicherheitsupdates mehr, etwa ein altes Baukastensystem oder eine lange nicht aktualisierte WordPress-Installation.
- Sie können nichts selbst ändern und müssen für jede neue Öffnungszeit jemanden beauftragen.
- Es kommen keine Anfragen, obwohl Besucherinnen und Besucher da sind.
- Ihr Angebot hat sich verändert, und die Website passt nicht mehr zu dem, was Sie heute machen.
- Rechtliche Anforderungen fehlen – etwa ein korrektes Impressum, ein funktionierender Cookie-Hinweis oder, bei Onlineshops, Barrierefreiheit.
Treffen drei oder mehr Punkte zu, ist ein Relaunch meist die wirtschaftlichere Lösung. Trifft nur einer zu, reicht oft eine Überarbeitung.
Kein Grund für einen Relaunch
- „Die Website ist jetzt fünf Jahre alt“ – das Alter allein sagt nichts
- Ein Mitbewerber hat eine neue Website
- Ein neues Farbschema – das lässt sich meist auch ohne Neubau umsetzen
Das größte Risiko: Google-Rankings verlieren
Das passiert häufiger, als man denkt: Eine neue Website geht online, sieht großartig aus – und ein paar Wochen später kommen deutlich weniger Besucher über Google. Der Grund ist fast immer derselbe: Seitenadressen haben sich geändert, und Google findet die alten Seiten nicht mehr.
Jede Unterseite, die bei Google gut steht, hat über Jahre Vertrauen gesammelt. Wenn aus ihre-firma.at/leistungen/fenster plötzlich ihre-firma.at/fenster-tausch wird, ohne Weiterleitung, beginnt diese Seite bei null. Wer mehr zu den Grundlagen wissen möchte, findet sie in Was ist SEO?
So bleiben Ihre Rankings erhalten
- Bestandsaufnahme: Vor dem Relaunch alle bestehenden Seiten erfassen – aus der Sitemap und aus der Google Search Console, dort sieht man, welche Seiten Besucher bringen.
- Weiterleitungsplan: Für jede alte Adresse festlegen, wohin sie künftig führt, und dauerhafte Weiterleitungen (301) einrichten.
- Gute Inhalte übernehmen: Texte, die gut ranken, nicht einfach kürzen oder weglassen.
- Titel und Beschreibungen der wichtigsten Seiten mitnehmen oder bewusst verbessern.
- Testumgebung sperren: Die neue Website während der Entwicklung per Passwortschutz oder noindex für Google unsichtbar halten – und diese Sperre beim Go-live wieder aufheben. Das wird erstaunlich oft vergessen.
- Nach dem Go-live: Neue Sitemap in der Search Console einreichen und vier bis acht Wochen lang Rankings und Fehlerseiten beobachten.
Relaunch geplant? Wir übernehmen den Neubau inklusive Weiterleitungsplan und Kontrolle nach dem Go-live – damit Ihre bestehenden Google-Platzierungen erhalten bleiben.
Zu WebdesignDer Ablauf eines Relaunchs in acht Schritten
1. Analyse
Was funktioniert heute, was nicht? Welche Seiten bringen Besucher und Anfragen? Wo steigen Menschen aus? Grundlage sind Google Analytics, die Search Console und ein ehrlicher Blick auf die Seite.
2. Ziele und Struktur
Was soll die neue Website leisten – mehr Anrufe, mehr Terminbuchungen, mehr Bewerbungen? Daraus ergibt sich die Seitenstruktur.
3. Texte
Oft der unterschätzte Teil. Gute Texte sprechen die Sprache der Kundschaft und beantworten ihre Fragen – und sie sind die Grundlage dafür, bei Google gefunden zu werden.
4. Design
Erst jetzt, wenn Inhalt und Struktur stehen. Design, das um fertige Texte herum entsteht, funktioniert besser als Texte, die in ein fertiges Design gepresst werden.
5. Umsetzung
Die technische Umsetzung auf einer Testumgebung, inklusive Formularen, Tracking und rechtlicher Seiten.
6. Tests
Auf Handy, Tablet und Computer, in verschiedenen Browsern. Formulare abschicken, Links prüfen, Ladezeit messen.
7. Go-live
Weiterleitungen aktivieren, Google-Sperre aufheben, Sitemap einreichen, Tracking prüfen.
8. Nachkontrolle
In den ersten Wochen Rankings, Fehlerseiten und Anfragen beobachten und nachsteuern.
Für eine typische Unternehmenswebsite mit fünf bis fünfzehn Seiten dauert das insgesamt meist vier bis acht Wochen. Der häufigste Grund für Verzögerungen sind nicht Technik oder Design, sondern fehlende Texte und Fotos.
Drei Stolpersteine, die wir oft sehen
- E-Mail fällt aus. Wer beim Relaunch den Anbieter wechselt, muss darauf achten, dass die E-Mail-Einstellungen der Domain unverändert bleiben. Sonst kommen nach dem Umzug keine Mails mehr an.
- Die Domain wird gewechselt, ohne Plan. Ein neuer Domainname ist möglich, aber der riskanteste Fall. Dann braucht es Weiterleitungen für jede Seite und eine Adressänderung in der Search Console.
- Tracking fehlt nach dem Go-live. Ohne Messung sieht man weder Erfolge noch Probleme. Analytics und Conversion-Tracking gehören auf die Checkliste.
Was ein Relaunch kostet
Die Kosten hängen vor allem vom Umfang ab: Anzahl der Seiten, Texte, Fotos, Funktionen wie Onlineshop oder Terminbuchung. Einen ausführlichen Überblick mit Preisspannen gibt unser Beitrag Was kostet eine Website in Wien? Welche Punkte vor dem Start geklärt sein sollten, steht in der Checkliste zum Website-Erstellen-Lassen.
Häufige Fragen zum Website-Relaunch
Verliere ich bei einem Relaunch meine Google-Rankings?
Nicht, wenn er sauber geplant ist. Entscheidend sind dauerhafte Weiterleitungen von allen alten auf die neuen Adressen und dass gut rankende Inhalte erhalten bleiben. Kurzfristige Schwankungen in den ersten Wochen sind normal.
Wie lange dauert ein Website-Relaunch?
Für eine typische Unternehmenswebsite mit fünf bis fünfzehn Seiten meist vier bis acht Wochen. Größere Websites oder Onlineshops brauchen entsprechend länger.
Wie oft sollte man eine Website erneuern?
Es gibt keinen festen Rhythmus. Viele Websites halten technisch fünf bis acht Jahre, wenn sie gepflegt werden. Wichtiger als das Alter ist, ob die Website am Handy gut funktioniert, sicher ist und Anfragen bringt.
Kann ich meine Domain beim Relaunch behalten?
Ja, und das ist in den meisten Fällen die beste Wahl. Die Domain hat über die Jahre Vertrauen bei Google aufgebaut. Ein Wechsel ist möglich, erfordert aber besonders sorgfältige Weiterleitungen.
Muss meine neue Website barrierefrei sein?
Das hängt davon ab, ob Sie online verkaufen oder Buchungen annehmen und wie groß Ihr Unternehmen ist. Details stehen in unserem Beitrag zum Barrierefreiheitsgesetz. Sinnvoll ist eine gute Bedienbarkeit bei einem Neubau aber in jedem Fall.
Fazit
Ein Website-Relaunch lohnt sich, wenn Technik, Handy-Darstellung oder Inhalte nicht mehr zu Ihrem Unternehmen passen – nicht, weil die Seite ein paar Jahre alt ist. Das größte Risiko sind verlorene Google-Rankings, und die lassen sich mit einem sauberen Weiterleitungsplan fast immer vermeiden. Wenn Sie unsicher sind, ob Neubau oder Überarbeitung die bessere Wahl ist, sehen wir uns Ihre Website gern an. Mehr über unsere Arbeit finden Sie unter Webdesign & Onlineshops.

