Sie haben sich entschieden, die Website machen zu lassen. Jetzt liegen drei Angebote auf dem Tisch, und sie sind kaum vergleichbar: eines über 890 Euro, eines über 3.400, eines über 7.900. Alle drei versprechen ungefähr dasselbe.
Der Unterschied steckt fast immer in dem, was nicht im Angebot steht. Diese acht Fragen bringen es ans Licht – und sie kosten Sie nur eine E-Mail. Wir schreiben sie auf, obwohl wir selbst zu den Anbietern gehören, die damit geprüft werden. Wer die Fragen nicht sauber beantworten kann, sollte den Auftrag auch nicht bekommen.
Die acht Fragen in Kurzform
- Wem gehört die Domain nach Abschluss?
- Bekomme ich alle Zugänge?
- Für welche Suchbegriffe wird die Seite gebaut?
- Wer schreibt die Texte?
- Was kostet es laufend?
- Kann ich Inhalte selbst ändern?
- Was passiert nach der Freischaltung?
- Wie viele Korrekturschleifen sind enthalten?
1. Wem gehört die Domain nach Abschluss?
Die wichtigste Frage überhaupt, und die am häufigsten übersehene. Ihre Domain – also ihrefirma.at – muss auf Ihren Namen oder Ihre Firma registriert sein, nicht auf die Agentur.
Wir haben mehrfach Betriebe übernommen, deren Domain der vorherige Dienstleister hielt. Beim Wechsel wird das zum Druckmittel, im schlimmsten Fall verlieren Sie die Adresse, unter der Ihre Kunden Sie seit Jahren finden. Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass Sie als Inhaber eingetragen sind. Bei .at-Domains können Sie das jederzeit bei nic.at selbst nachprüfen.
2. Bekomme ich alle Zugänge?
Sie sollten am Ende Zugang haben zu: dem Hosting, dem Redaktionssystem, der Domainverwaltung, der Google Search Console und Google Analytics.
Besonders bei den Google-Werkzeugen wird das gern versäumt. Wenn die Search Console über das Konto der Agentur läuft, verlieren Sie beim Wechsel Ihre gesamte Verlaufsdaten – und damit die Grundlage jeder späteren Optimierung.
3. Für welche Suchbegriffe wird die Seite gebaut?
Diese Frage trennt sehr zuverlässig. Eine gute Antwort nennt konkrete Begriffe: „Wir bauen eine Seite für Therme tauschen Wien, eine für Rohrbruch Notdienst 1100“. Eine schlechte Antwort spricht von Sichtbarkeit, Reichweite und modernem Design.
Wenn niemand vorher überlegt hat, wonach Ihre Kunden suchen, wird die Website hübsch und unsichtbar. Das ist der häufigste Grund, warum eine teure Seite trotzdem keine Anfragen bringt.
4. Wer schreibt die Texte?
Hier liegt der größte Preisunterschied zwischen Angeboten versteckt. Manche Angebote enthalten Texte, andere setzen stillschweigend voraus, dass Sie liefern. Das erklärt oft die Differenz zwischen 890 und 3.400 Euro.
Beides ist legitim, aber Sie sollten es wissen. Wenn Sie selbst schreiben, rechnen Sie zehn bis zwanzig Stunden ein – und seien Sie ehrlich zu sich, ob diese Stunden neben dem Tagesgeschäft existieren. Websites, die zu neunzig Prozent fertig sind und seit acht Monaten auf Texte warten, sind keine Seltenheit.
5. Was kostet es laufend?
Der Angebotspreis ist selten der Gesamtpreis. Fragen Sie nach den jährlichen Posten:
- Hosting und Domain: meist 60 bis 250 Euro im Jahr
- Lizenzen für Zusatzfunktionen: 0 bis 300 Euro im Jahr
- Sicherheitsupdates und Wartung: 0 bis 600 Euro im Jahr
- Kleine Änderungen: entweder im Paket oder nach Stundensatz
Lassen Sie sich den Stundensatz für spätere Änderungen nennen. Wenn eine geänderte Telefonnummer 120 Euro kostet, ist das gut zu wissen, bevor Sie unterschreiben.
6. Kann ich Inhalte selbst ändern?
Öffnungszeiten, Preise, ein neues Foto, ein Mitarbeiter geht – solche Änderungen kommen ständig. Wenn Sie dafür jedes Mal anrufen und zahlen müssen, wird die Website zur Last und veraltet.
Fragen Sie konkret: Welche Bereiche kann ich selbst ändern, und bekomme ich eine kurze Einschulung? Eine halbe Stunde Einweisung spart Ihnen über die Jahre hunderte Euro.
7. Was passiert nach der Freischaltung?
Viele Projekte enden mit dem Online-Gehen, und genau da beginnt die eigentliche Arbeit. Klären Sie:
- Wird die Seite bei Google eingereicht und die Sitemap hinterlegt?
- Ist eine Messung eingerichtet, damit Sie sehen, woher Besucher kommen?
- Wird das Google Unternehmensprofil mit der Seite verbunden?
- Gibt es eine Gewährleistungsfrist für Fehler?
Ohne diese Punkte haben Sie eine Website, aber keine Ahnung, ob sie funktioniert.
8. Wie viele Korrekturschleifen sind enthalten?
Der klassische Streitpunkt. Üblich sind zwei bis drei Runden. Steht nichts im Angebot, kann jede Änderungswunsch-Runde nachträglich verrechnet werden – oder die Agentur kalkuliert von vornherein großzügig, weil sie mit Endlosschleifen rechnet.
Ein Satz im Angebot klärt das für beide Seiten.
Stellen Sie uns diese acht Fragen ruhig zuerst. Wir beantworten sie schriftlich, bevor Sie sich entscheiden.
Angebot anfragenDrei Warnzeichen
Garantierte Platz-1-Versprechen
Niemand kann Google-Positionen garantieren. Wer es tut, weiß es entweder nicht besser oder meint einen Suchbegriff, den ohnehin niemand eingibt.
Kein Ansprechpartner mit Namen
Wenn Sie nicht wissen, wer Ihre Website tatsächlich baut, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie weitergereicht wird. Das muss nicht schlecht sein, aber Sie sollten es wissen.
Angebot ohne Leistungsbeschreibung
„Website, 5 Seiten, 2.400 Euro“ ist kein Angebot, sondern eine Zahl. Was ist mit Texten, Bildern, Rechtstexten, Google-Einrichtung, Schulung? Bestehen Sie auf einer Aufstellung.
Häufige Fragen
Was kostet eine Website in Wien?
Für kleine und mittlere Betriebe meist zwischen 990 und 3.900 Euro, abhängig von Umfang und Funktionen. Details im Beitrag Was kostet eine Website in Wien?
Soll ich das günstigste Angebot nehmen?
Nur, wenn Sie die acht Fragen oben gestellt haben und die Antworten stimmen. Sehr oft ist das günstige Angebot deshalb günstig, weil Texte, Rechtstexte und Google-Einrichtung fehlen – also genau die Teile, die Arbeit machen.
Wie lange dauert eine Website?
Vier bis acht Wochen sind üblich. Verzögerungen entstehen fast immer auf Kundenseite, weil Texte und Fotos fehlen. Wenn Sie schnell fertig sein wollen, bereiten Sie diese vor der Beauftragung vor.
Brauche ich einen Vertrag?
Ein schriftliches Angebot mit Leistungsbeschreibung, Preis, Zeitrahmen und Anzahl der Korrekturrunden reicht für die meisten Projekte völlig aus.
Zusammengefasst
Vergleichen Sie nicht die Endsummen, sondern was dahintersteckt. Die Domain gehört Ihnen, die Zugänge auch, es gibt konkrete Suchbegriffe, klar ist wer schreibt, die laufenden Kosten stehen fest, Sie können selbst ändern, nach dem Start passiert noch etwas, und die Korrekturrunden sind beziffert. Wenn ein Anbieter das alles sauber beantwortet, ist der Preis fast nebensächlich.
Weiterlesen: Was kostet eine Website in Wien? · Selbst erstellen oder machen lassen? · Wie komme ich bei Google nach oben?

